Was bedeutet Gesangs-Pädagogik?


Pädagogik entstammt dem Griechischen und bedeutet  „Kunst“  oder „Technik“ der Erziehung.

Gesangspädagogik bedeutet also, die Kunst und Technik zu beherrschen, Stimmen zu erziehen, zu bilden und im Gesang zum freien Ausdruck zu führen.

Zu allererst ist es für mich ein riesiges Privileg, etwas so wunderbares wie den Gesang und die Vermittlung dessen zum Beruf zu haben. Ist es nicht jedoch vermessen, zu behaupten, so etwas individuelles und uraltes im Menschsein verankertes wie das „SINGEN“ in ein Konzept, eine Methode verpackt auf den Gesangsschüler anwenden zu wollen?

Meiner Meinung nach ist es das! Ein Gesangspädagoge hat die größte Verantwortung; und zu einem guten Gelingen gehören einige Grundvoraussetzungen, deren sich Lehrer wie Schüler gleichermaßen bewusst sein sollten.

Der Gesangspädagoge arbeitet nicht mit irgendeinem Instrument, wie z.B. mit einem Klavier. Dieses kann sich verstimmen, oder eine Saite kann reißen, worauf ein Klavierbauer gerufen wird  und der Schaden damit behoben ist. 

Der Gesangspädagoge arbeitet hingegen mit „lebendigem Material“. Einmal geschädigte Stimmbänder können irreparabel sein. Ja, ich möchte sagen, dass ein Gesangspädagoge  mit „unstofflichem Material“ arbeitet, insofern man davon ausgeht, dass die Stimme das Medium der Seele ist. Daher ist das Instrument Stimme so sehr sensibel und so besonders zu behandeln. Dem Gesangspädagogen wird aus diesen Gründen neben einem perfekt analytisch hörenden Ohr und bester technischer Kenntnisse auch eine Empathiefähigkeit abverlangt, die über ein normales Maß hinaus gehen muss.

Gesangsunterricht kann nur in dem Maße erfolgreich sein, wie es Lehrer und Schüler gelingt, ein echtes Team zu werden.

Lehrer und Schüler müssen sich immer gegenseitig „auswählen“, damit der Unterricht Erfolg hat.

Hier gilt es, eine gemeinsame Sprache zu finden, gemeinsame Ziele zu stecken und mit Verständnis, Geduld und in gegenseitigem Vertrauen zusammenzuarbeiten.